Vorbemerkung

Das europäische GMES-Programm (Global Monitoring for Environment and Security) kann seit seiner Initiierung 1989 bemerkenswerte Erfolge aufweisen. Die europäische Kommission und die europäische Weltraumbehörde haben die Grundlagen gelegt, dass:

  • bis 2015 Satellitensysteme verfügbar sind, die erstmalig auf europäischer Ebene Operationalität bieten und nicht nur experimentelle Nutzerbelange berücksichtigen. Diese Daten werden kostenfrei bereitgestellt und machen die Anwender in Europa unabhängig von außereuropäischen Quellen.

  • im Rahmen des GMES Initial Operations Programms (GIO) die ersten, gesamteuropäischen Geoinformationsdienste (sog. Core Services)  erzeugt. werden, die ebenfalls kostenfrei allen europäischen Nutzern zur Verfügung stehen werden.

  • eine wachsende Zahl von Geoinformations-Dienstleistern auf GMES aufmerksam wurde und langfristig ein kräftiges Wachstumspotential für die europäische Geoinformations-Industrie prognostiziert werden kann.

Trotz dieser großen Erfolge sind derzeit für die Routinenutzung im Geoinformationsbereich wichtige Themenkomplexe ungeklärt:

  • Die Finanzierung von GMES ist unsicher: Gegenwärtig ist GMES nicht Bestandteil der mittelfristigen EC-Finanzplanung. Deshalb ist die Verlässlichkeit der Kerndienste nicht sichergestellt, so dass die potenziellen Nutzer aus der Wirtschaft vorsichtig mit Investitionen sind.

  • Zurzeit fehlen Konzepte, wie das wirtschaftliche Potenzial der „Downstream Services“  erschlossen werden kann. Erst diese ermöglichen den europäischen Firmen, geeignete Geschäftsmodelle für den globalen Geoinformationsmarkt zu entwickeln. Solche Konzepte müssen auf allen Ebenen entwickelt werden.

  • Das nationale Maßnahmenprogramm des BMVBS vom 06/09/2011 beschränkt sich auf den öffentlichen Bereich. Der große Bereich des privaten Geoinformations-Marktes bis hin zum Einzelkunden wird im Maßnahmenprogramm nicht behandelt.

Mit diesem Positionspapier will der DDGI aufzeigen, durch welche Maßnahmen GMES in Deutschland positiv zum weiteren Wachstum der Geoinformationsbranche beitragen kann.

Mitglieder der DDGI-Arbeitsgruppe „GMES und Geoinformationen“

  • Prof. Dr. Joachim Behrens, bfg - Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz

  • Prof. Dr. Gerd Buziek, Esri Deutschland GmbH, Kranzberg

  • Dr. Franz Jaskolla, Astrium Services - Infoterra GmbH, Immenstaad

  • Dr. Rainer Malmberg, GeoContent GmbH, Magdeburg

  • Dr. Andreas Müterthies, EFTAS Fernerkundung Technologietransfer GmbH, Münster

  • Dr. Wolfgang Steinborn, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.(DLR), Bonn

  • Dipl.-Geogr. Regine  Richter, GAF AG, München

  • Dr. Joachim Rix, InGeoForum - Informations- und Kooperationsforum für Geodaten des ZGDV e.V., Darmstadt

  • Dr. Andreas  Rose, grit - graphische  Beratungsgesellschaft mbH, Olpe

  • Dipl.-Ing. Ingo von Stillfried, Stadt Dortmund, Vermessungs- und Katasteramt, Dortmund

  • Andreas Wytzisk, con terra Gesellschaft für angewandte Informationstechnologie mbH, Münster


Bedarfsanalyse

Mit GMES entsteht ein eigenständiges europäisches Beobachtungssystem für die globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung.

Das Ziel ist es, dauerhaft ein schnell verfügbares, bedarfsorientiertes und nutzerfreundliches System zur Unterstützung politischer Entscheidungsträger, Behörden, Wirtschaft und der Wissenschaft auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu schaffen.

Dabei soll das enorme Potential der satellitengestützten Erdbeobachtung in Verbindung mit in situ- und Modelldaten innerhalb eines modernen Datenmanagements, insbesondere in den Bereichen Umwelt, Klimaschutz, Zivilschutz, Krisenmanagement und Forschung grenzüberschreitend genutzt werden.

GMES verfolgt das Ziel einer verbesserten Datenverfügbarkeit, der Bereitstellung genauerer und aktuellerer Daten, vor allem aber einem nutzerfreundlichen Datenzugang auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene.

Zur stärkeren nationalen und europäischen Einbindung der von GMES bereitgestellten Daten und Dienste wurden Maßnahmenpläne (z.B. BMVBS-Maßnahmenplan) entwickelt. Diese haben das Ziel, die Möglichkeiten von GMES in vollem Umfang auszuschöpfen und einem breiten Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen. Die Geoinformationswirtschaft begrüßt diese Initiativen, sieht darüber hinaus aber weitere Aspekte, die berücksichtigt werden sollten:

  • Die Maßnahmenpläne adressieren derzeit nicht alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung. Es sollte daher in den Behörden generell stärker über GMES informiert und die Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung mit dem Bedarf der Fachabteilungen intensiver abgestimmt werden. Auch richten sich die bereits existierenden Pläne fast ausschließlich an öffentliche Verwaltungen, ohne jedoch ausreichend auf den privatwirtschaftlichen Sektor und den Bürger als Einzelkunden einzugehen. Ziel sollte es jedoch auch sein, wirtschaftliche Anreize für die Privatwirtschaft zu schaffen und eine innovative nutzerorientierte Serviceindustrie aufzubauen. Geoinformations-Dienstleister und ihre Netzwerke wirken im Erfolgsfall als Multiplikatoren zu weiteren Kundenkreisen. Eine nachhaltige Einbeziehung von innovativen Unternehmen eröffnet daher die Chance, neben neuen Arbeitsplätzen auch die GMES-Finanzierung langfristig zu sichern.

  • GMES bietet mit seinem grenzüberschreitenden Fokus die Möglichkeit zur territorialen Kooperation zwischen Nachbarländern. Dieser Aspekt findet in den bereits vorhandenen Papieren zu wenig Berücksichtigung. Grenzüberschreitende Datenlücken sollten erkannt und durch GMES behoben werden. Der europäische Dachverband für Geoinformation EUROGI, in dem der DDGI Deutschland vertritt, hat bereits in seinem Positionspapier auf die Bedeutung von GMES für die grenzüberschreitende Kooperation von Informationsdienstleistern und die damit verbundene Stärkung Europas auf entsprechenden Weltmärkten hingewiesen (http://www.eurogi.org/downloads/file/62-eurogi-gmes-funding-position-paper.html) und führt zurzeit eine europaweite Umfrage bei Geoinformations-Dienstleistern zu GMES durch (siehe auch http://www.eurogi.org/limesurvey/index.php?sid=56261&lang=en.) diese Online-Umfrage ist bis Ende September 2012 offen.

  • In den bereits existierenden Maßnahmenplänen werden die Vision von GMES und der konkrete Nutzen des Programms nicht klar formuliert. Die Vision einer vernetzten Datenbasis verschiedener, raumbezogener Daten in unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Auflösung  muss herausgestellt werden. Der Nutzer muss eindeutig erkennen können, wo GMES für ihn einen spürbaren Mehrwert bietet, Kosten einspart und Datenlücken schließt.

In Deutschland, das sich durch die Vielfalt und Qualität der bereits vorhandenen Geodaten auszeichnet, könnte GMES die Koordination und Bereitstellung der Geodaten weiter unterstützen und durch eine engere Abstimmung zwischen öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft die über Steuergelder finanzierte Erfassung redundanter Daten reduzieren.

Handlungsempfehlungen

Der DDGI empfiehlt, GMES stärker an den Belangen der Geoinformationswirtschaft auszurichten, um mit dem eingesetzten staatlichen Geld eine wirtschaftliche Wertschöpfung bei gleichzeitiger Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Geoinformations-Dienstleistungsindustrie zu erreichen.

Ein Blick auf die INTERGEO 2011 in Nürnberg  zeigt, dass der Geoinformationsmarkt eine Vielfalt an funktionierenden und innovativen Geschäftsmodellen aufweist und trotz Wirtschaftskrise noch wächst. Studien sprechen von einem Jahresvolumen des deutschen Geoinformationsmarktes von 1.7 Mrd. € (BMWi-Tagesnachrichten 23/07/2010, MICUS Management Consulting GmbH); für den europäischen Markt wurden insgesamt von 2010 bis 2014 jährliche Wachstumsraten von 9.5% ermittelt (TechNavio, 2011). Andere Studien ordnen 0.5% des Bruttoinlandsproduktes der Geoinformationswirtschaft zu (Pira, 2000) .

Folgende Handlungsempfehlungen sollen zur Verbesserung der Nutzung von GMES auch innerhalb des Geoinformationsmarktes dienen:

1. Wertschöpfungskette klären und Investitionssicherheit gewährleisten

Den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette muss Betriebs- und Investitionssicherheit gegeben werden. Ansonsten ist die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle für Unternehmen nicht gegeben. Davon hängen in hohem Maße die Entwicklung des Marktes und die breite Kommunikation des Nutzens von GMES an Kunden im öffentlichen wie im privaten Sektor ab.

Offen sind beispielsweise Fragen wie:

  • Wer betreibt nachhaltig die Satelliten?

  • Welche Daten werden durch wen und zu welchen Konditionen bereitgestellt?

  • Wie werden Dienstleister eingebunden, und zu welchen Konditionen haben sie Zugriff auf Daten und Dienste?

Der DDGI empfiehlt Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die Dienstleistungswirtschaft innerhalb der Wertschöpfungskette zwischen Datenanbieter und Datennutzer (Kunde) klar positionieren kann.

2. Informationsnetzwerk zur  Inwertsetzung von GMES in Wirtschaft und Verwaltung aufbauen

Die Möglichkeiten von GMES sollten über nutzereigene Netzwerke und Plattformen bekannt gemacht werden. Überzeugende Schlüsselprojekte mit ausgewählten Nutzergruppen zu repräsentativen Themen innerhalb dieser Netzwerkarbeit sollten initiiert werden. Hierbei sollten folgende Akteure eingebunden werden:

  • GDI-DE

  • GI-/ GMES-Verbände (z.B. DDGI und regionale GI-Netzwerke, die in fast allen Bundesländern bestehen)

  • Branchenverbände (z.B.  Bergbau-, Versicherungs- und Agrarwirtschaft)

  • Interessierte Dienstleister, Softwarehersteller und IT-Firmen

Um auf dem bisher von Nordamerika dominierten Weltmarkt für Geoinformationsleistungen mit GMES-basierten Lösungen präsent zu sein, bedarf es einer besseren Koordinierung und Konsortialbildung europäischer Geoinformationsdienstleister. Auch diese Koordinierungsleistung ist durch das Netzwerk zu erbringen.

3. Initiierung von Infrastrukturmaßnahmen zur technischen Vernetzung

Informationsprodukte aus GMES müssen über gängige Geodateninfrastrukturen und
Zugangsportale interoperabel angeboten werden. Der Nutzer sucht nicht in eigenen GMES- oder Raumfahrtportalen, sondern möchte seine Geodaten aus gewohnter Quelle beziehen.

Eine leichte, nicht an ein singuläres Portal gebundene Auffindbarkeit von GMES-Diensten ist entscheidend für eine breite domänenübergreifende Nutzung.  GMES-Angebote sind daher in die bereits bekannten bzw. im Aufbau befindlichen Geoinformationsinfrastrukturen Europas, des Bundes und der Länder sowie der Privatwirtschaft einzubinden. Die Nutzung vorhandener Infrastrukturen ist nicht nur aus Gründen der Kosteneffizienz zu empfehlen, sondern fördert in besonderem Maße die transparente Kommunikation von GMES-Angeboten außerhalb klassischer Fernerkundungsdomänen.

Vor diesem Hintergrund sind vor allem die folgenden Interaktions- und Kommunikationsplattformen mit GMES-Diensten und Datenportalen zu verknüpfen:

  • INSPIRE Geoportal der Europäischen Kommission

  • Portale der Geodateninfrastrukturen des Bundes und der Länder

  • Open Data und Open Government Portale auf Landes- und Bundesebene

In einem ersten Schritt sollte insbesondere das GeoPortal.Bund (http://www.geoportal.bund.de) mit bereits verfügbaren „GMES Data Warehouses“ vernetzt werden.

4. Leitprojekte zur praktischen Nutzung von GMES realisieren

Die innerhalb der unter Handlungsempfehlung Ziffer 2 beschriebenen Netzwerkarbeit initiierten Leitprojekte sollten mit Unterstützung des BMVBS und der z.T. bereits im GMES-Maßnahmenprogramm aufgeführten Bedarfsträger realisiert werden. Ziel dieser Handlungsempfehlung ist es:

  • die Wertschöpfungskette zwischen Datenanbieter und Datennutzer zu konkretisieren;

  • Grundlagen für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle zu schaffen;

  • den Nachweis des Nutzenpotentials von GMES für die Zielbranchen zu erbringen;

  • die Übertragbarkeit des Ansatzes aufzuzeigen (Bewusstseinsbildung, Marketing für GMES)

Der operationelle Nutzer möchte sich nicht in die Technologie einzelner Satellitenmissionen einarbeiten müssen. Die Informationsprodukte aus GMES müssen deshalb an den Arbeitsablauf einzelner Nutzergruppen angepasst werden, bzw. in bestehende Arbeitsabläufe nahtlos eingebettet werden.

Erfolgreiche Leit- oder Schlüsselprojekte müssen von Nutzern zu Nutzern geeignet erlebbar gemacht werden, wofür sich auch ein digitaler Showroom anbietet, der in Form einer Internetseite direkte Links zu nachhaltigen GMES-Anwendungen vermittelt. Hier geht es nicht um wissenschaftliche Einzelprojekte, sondern um kontinuierliche Nutzungs- und Informationsprozesse. Der DDGI hat dem BMVBS hierzu konkrete Vorschläge unterbreitet.

5. Sicherstellung einer offenen Lizenzierungspolitik

Wie bereits in der Stellungnahme des DDGI vom 21.12.2011 gefordert, sollten Daten der europäischen GMES-Satellitenmissionen und Informationsprodukte aus den GMES-Kerndiensten allen europäischen Nutzern frei und offen zur Verfügung gestellt werden. Als offen bereit gestellte Public Sector Information (PSI) folgen GMES-Daten (Sentinels und vorprozessiert bis Level Ib) damit bereits heute der von EU-Seite angekündigten neuen Open Data Strategie für Europa .

Ziel dieser offenen Lizenzierungspolitik ist die Förderung von GMES-basierten Innovationen und Dienstleistungen und damit der Auf- und Ausbau des Wirtschaftsfaktors GMES.

6. Kontinuität von GMES und Investitionssicherheit sicherstellen

Es muss die Gewissheit bestehen, dass GMES inklusive der Kerndienste über den Abschreibungszeitraum dedizierter Investitionen hinaus (z.B. in Breitbandzugänge, Software für interoperable Überlagerung von Geoinformationsprodukten etc.) kontinuierlich und zuverlässig verfügbar ist. Erfahrungsgemäß beträgt ein solcher Innovationszyklus rund zehn Jahre. Für die Akteure entlang der GMES Wertschöpfungskette muss Investitionssicherheit hergestellt werden.

7. Rahmenbedingungen für GMES ausgestalten

Die Prozesselemente der GMES-Wertschöpfungskette sind aufzuzeigen. Wo bereits möglich, sind die Rollen von Institutionen und Unternehmen darzustellen; ebenso die konkreten Angebote, das Leistungsspektrum und die Veredlungsstufen.

Für operationelle öffentliche GI-Anwendungen ist die komplette Abdeckung ganzer Zuständigkeitsgebiete (Stadt- / Kreisgebiete, Bundesländer, Deutschland und entsprechend auch die Meeresgebiete) mit einheitlichen Datensätzen erforderlich; für private Akteure im Geoinformationsmarkt ist sogar eine europaweite Flächendeckung  der GMES-Kerndienste unabdingbar. Auch für die zunehmende grenzüberschreitende territoriale Kooperation öffentlicher Nutzer sind einheitliche europäische Geodatendienste von Vorteil.

Die größte Hebelwirkung bei der GMES-Einführung wird nach Auffassung des DDGI im lokalen und regionalen Bereich erreicht. Wir schließen uns dabei einer Forderung an, die auf der INSPIRE-Konferenz 2011 erhoben wurde. Da im Landbereich 80% aller GI-Anwendungen in Maßstabsbereichen größer 1:10.000 stattfinden, muss besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der großmaßstäbigen Komponenten dieses Kerndienstes gelegt und die lokale Implementierung gefördert werden. Die Vielzahl der dabei zu bedienenden Nahtstellen macht die Verwendung strukturierter Netzwerke des Geoinformationsbereichs umso dringlicher.

Der auf der breiten lokalen Nutzungsebene sehr stark von öffentlichen Verwaltungs- und Vorsorgeaufträgen geprägte Geoinformationsmarkt (geschätzter Anteil 50%) würde befördert, wenn GMES als Methode Eingang in die entsprechende Rahmengesetzgebung des Bundes fände, z.B. zur Raumplanung und zum Umwelt- oder Katastrophenschutz. Auch der Weltklimarat zeigt in seinem jüngsten Gutachten auf, dass Maßnahmen zur Verminderung des Treibhauseffekts und Anpassung an den Klimawandel vorrangig auf regionaler und lokaler Ebene stattfinden müssen (Zur Bedeutung von Geoinformationen beim von der Bundesrepublik beschlossenen Energieumbau, darin eingeschlossen Methoden der Fernerkundung, hat der DDGI am 16/09/11 ein vielbeachtetes Positionspapier verabschiedet).

Das mit 150 Teilnehmern überwiegend von Behördenvertretern aller politischen Ebenen gut besuchte Strategieforum zu „Chancen und Möglichkeiten der Fernerkundung für die öffentliche Verwaltung“ im Oktober 2011 hat deutlich gemacht, dass in der gesamten deutschen Verwaltung Innovationssprünge von der Politik zu fordern und zu fördern sind. Im Fall der Anwendung von Fernerkundungsinformationen werden nach Überwindung von Einstiegshürden durchaus Einsparpotenziale und Effizienzsteigerungen erwartet.

In der DDGI Arbeitsgruppe zu GMES wurde eine Reihe von möglichen Geschäftsmodellen mit GMES im öffentlichen und privaten Nutzungsbereich diskutiert, wobei sich erhebliche Potentiale für Kosteneinsparungen am überzeugendsten in einem Zweistufenprozess darstellten:

  • regelmäßige, großflächige Erfassung von potentiellen Veränderungen aus den GMES Kerndiensten und

  • gezielte, detaillierte Erhebungen mit konventionellen Methoden im Rahmen der Downstreamdienste.

Von vielen Nutzern im Geoinformationsbereich wird heute bereits die Aktualität der GMES-Daten geschätzt und zur Nachführung konventioneller Datensätze genutzt. Im Endausbau kann GMES zu einer Echtzeit-Wertschöpfungskette beitragen und einen Innovationschub in Richtung dynamischer Geodienste in Verkehrs-, Katastrophen- oder Energiemanagement auslösen.

Angebot des DDGI

Der DDGI versteht sich als Meetingpoint und Technologienetzwerk für Forschung und Entwicklung, Lehre, behördliche Institutionen, den Handel, die Wirtschaft und Privatpersonen aus der Geoinformationsbranche. Auf dieser Basis bietet der DDGI die besten Möglichkeiten, einzelinteressenübergreifende Analysen zu betreiben, Empfehlungen zu erarbeiten und Best Practice-Beispiele in die Breite zu tragen.

Die im DDGI organisierten Firmen verfügen über große Nähe zum Einzelkunden sowohl im öffentlichen als auch privaten Nutzungsbereich bis hin zum Verbrauchermarkt. Da die nicht unerheblichen privaten Geodatenbestände auch von der INSPIRE-Richtlinie nicht erfasst werden, liegt hier eine große Chance für GMES, die gesamteuropäische Wertschöpfung von Geoinformationen zu vergrößern.
Der DDGI ist mit seiner Expertise gern behilflich und kann mit seinen Mitgliedern die Adaptierbarkeit der GMES-Dienste in geeignete Geschäftsmodelle prüfen. Durch seine europaweit agierenden Firmenmitglieder und seine durch EARSC und EUROGI gegebenen Verbindungen zu den Schwesterverbänden in anderen europäischen Ländern kann er für Transfer von lokalen „Best-Practice-Lösungen“ über die Grenzen von und nach Deutschland sorgen.

Glossar

BMWi
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(http://www.bmwi.de)

BMVBS
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
(http://www.bmvbs.de)

EARSC
European Association of Remote Sensing Companies
(http://earsc.org)

EUROGI
European Umbrella Association for Geographic Information
(http://www.eurogi.org)

GDI
Geodateninfrastruktur

GDI-DE
Geodateninfrastruktur Deutschland
(http://www.geoportal.de/DE/GDI-DE/gdi-de.html)

GMES
Global Monitoring for Environment and Security
(http://www.gmes.info), (http://www.d-gmes.de)

GMES Data Warehouse
Datenbank, in der Daten aus unterschiedlichen Quellen in einem einheitlichen Format zusammengefasst werden

INSPIRE
Infrastructure for Spatial Information in Europe - Richtlinie zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft (2007/2/EG)
(http://inspire.jrc.ec.europa.eu)

 


pdf pdf  Positionspapier GMES und Geoinformationen als PDF- Download


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