Am 11. und 12. Mai 2006 fand in Potsdam die zweite Veranstaltung zur GIS- Aus- und Weiterbildung statt. Nach dem großen Erfolg im Jahr 2005 konnten auch in diesem Jahr etwa 75 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Bereich sich mit aktuellen Themen wie „GIS an Schulen“, neue Bachelor- und Masterstudiengänge sowie E-Learning intensiv auseinandersetzen.

Wenn auch die Hochschullehrergruppe mit gut 50% den größten Anteil ausmachte, so waren auch dieses Mal eine große Zahl von Teilnehmern aus der Verwaltung (Kommunen, Landeseinrichtungen), der Wirtschaft (Verlage, GIS-Firmen), von Fachgesellschaften wie der DGfK, dem DVW und VDV, aber auch erstmals Lehrer beteiligt. In einer gelungenen Mischung aus Vorträgen, Diskussionsrunden, Postersessions und online-Demonstrationen konnten sich die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen in der GIS-Ausbildungslandschaft aus erster Hand informieren, Aus- und Weiterbildungsthemen im Umfeld der Geoinformatik fächerübergreifend diskutieren und Erfahrungen austauschen. Geodäten, Informatiker und Geographen als Hardcore-GI-Vertreter trafen auf Umweltwissenschaftler, Planer, Lehrer als GI-Anwender, wodurch die Breite des GIS-Einsatzes in der Aus- und Weiterbildung deutlich zum Ausdruck kam und ein interessanter Spannungsbogen für Diskussionen geboten war. In einem motivierenden Eröffnungsvortrag wies Dr. Joachim Wächter vom GFZ auf die Bedeutung der Geoinformatik im E-Science-Umfeld hin. Die Wissensgesellschaft benötigt raumbezogene Informationen und die Fachdisziplinen sind hier aufgefordert, vernetzt Aktivitäten zu entwickeln. Schwerpunktthemen für die Vortragsblöcke waren:
- GIS an Schulen
- GIS-Aus- und Weiterbildungsangebote
- E-Learning
- Akkreditierung

In einem weiteren eingeladenen Vortrag unterstrich Professor de Lange von der Universität Osnabrück, dass große Defizite schon in der Ausbildung der Lehramtskandidaten zu GIS-Themen liegen, ebenso aber auch bei den Lehrern in den Schulen Handlungsbedarf besteht, das Thema GIS als Werkzeug und Medium für den Erdkundeunterricht anzunehmen. Das große Engagement, die Erfolge in der Etablierung einer WebGIS-Lösung und die Ausstrahlung solcher Aktivitäten auf viele andere Lehrer im ganzen Bundesgebiet konnte Lothar Püschel vom Gymnasium zu St. Katharinen in Oppenheim und dem Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz demonstrieren. In den beiden Postersessions mit etwa 15 Postern wurde ausgiebig weiter diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. In angenehmem Ambiente konnte diese Diskussion in den Mittagspausen oder beim abendlichen Buffet fortgesetzt werden. Die Veranstalter setzen diese Veranstaltung mit alten und neuen Schwerpunktsetzungen im nächsten Jahr fort. Im Nachgang zur Veranstaltung wurde eine Erklärung zum Stand der GI-Ausbildung, dem Bedarf und den anzustoßenden Entwicklungen publiziert, um somit auch in Politik und Gesellschaft Bewusstsein für die Geoinformation zu schaffen.

Die Potsdamer Erklärung finden Sie hier.

Die Beiträge standen, auf einer CD gesammelt, zur Konferenz bereit.

Weitere Informationen sind unter http://gis.gfz-potsdam.de zu finden.

Deutscher Dachverband für Geoinformation e. V.
Fachgruppe „Aus- und Fortbildung“
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Prof. Dr.-Ing. Ralf Bill Universität Rostock 12. Mai 2006