Nicht-Akademischer "Bachelor Professional" wird abgelehnt

Der Bundesvorstand des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) hat sich einstimmig gegen die Einführung eines "Bachelor Professional" bzw. "Master Professional" als einen neuen Abschluss in der beruflichen Weiterbildung gewandt. Die Bezeichnung eines Ausbildungsabschlusses, mit der Wortkombination Bachelor oder Master, der ohne akademische Aus- oder Fortbildung erworben werden kann, wird strikt abgelehnt. Der DDGI e.V. unterstützt diese Forderung seines Verbandsmitglieds VDV e.V.

"Ein solcher Titel wertet die Berufsbildung nicht auf, sondern sorgt dafür, dass der Bachelor-Grad nichts mehr aussagt. Ist es bereits jetzt mit Schwierigkeiten verbunden, die an den deutschen Hochschulen angebotenen Bachelor-Abschlüsse objektiv zu vergleichen, würde ein zusätzlicher Handwerk-Bachelor die Verwirrung noch verstärken", sagte VDV-Präsident Wilfried Grunau anlässlich der Tagung des VDV-Bundesvorstandes in Hannover. "Hochwertige Qualifikationen in der Bildung und Ausbildung sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland. Dafür brauchen wir eine Vielfalt unterschiedlicher Angebote mit klar differenzierten Profilen. Wir sprechen uns aber ganz entschieden gegen den Wunsch der Wirtschaftsminister aus, die Abschlüsse "Bachelor/Master Professional" für Meister und Techniker einzuführen. Der Titel verwirrt und führt zu mangelnder Akzeptanz des Bachelor-Grades insgesamt", so Grunau weiter. "Das deutsche Handwerk und die berufliche Aus- und Weiterbildung genießen grenzüberschreitend einen sehr guten Ruf. Der VDV unterstützt deshalb die Bemühungen des deutschen Handwerks, den im deutschsprachigen Raum hoch angesehenen Meistertitel und die dahinter stehende anspruchsvolle berufliche Ausbildung auch auf EU-Ebene zu der geforderten Anerkennung zu bringen. Ein "Bachelor Professional" ist dafür nicht notwendig und kontraproduktiv".

Der Bachelor ist eindeutig ein Hochschulgrad, auch international", erläuterte VDV-Geschäftsführer Burkhard Kreuter. "Wir führen ihn gerade in Deutschland ein, und zwar mit großem Einsatz der Hochschulen und mit voller Unterstützung der Wirtschaft und Verbände. Unsere Bemühungen, ihn als akademischen Abschluss zu etablieren, werden durch die Zustimmung der Wirtschaftsminister zu einem nicht-akademischen Bachelor konterkariert."

Der Zusatz "Professional" soll laut den Vorschlägen der Wirtschaftsminister den Bachelor der Berufsbildung klar von den Hochschul-Bachelors abgrenzen. "Das funktioniert natürlich nicht, und letztlich nutzen diejenigen, die die Idee eines "Bachelor Professional" eingebracht haben, diese Verwechslung ja gerade", kritisierte Grunau. "Damit wird eine Gleichartigkeit vorgespielt, die es nicht gibt und die dem besonderen Wert der Berufsbildung nicht gerecht wird. Mehr und leichtere Anschlussmöglichkeiten zwischen der beruflichen Fort- und Weiterbildung und den Bachelor- und Masterstudiengängen herzustellen, ist ein sehr wichtiges Ziel, das wir gemeinsam verfolgen. Dies kann jedoch nicht über Titel, sondern nur über den Vergleich von Kompetenzen erreicht werden, so die einhellige Meinung des VDV-Bundesvorstandes.

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