Mitgliederbefragung ergibt stark differenziertes Meinungsbild zur INTERGEO 2009

Eine Befragung der Mitglieder des DDGI e.V. ergab je nach Branchenzugehörigkeit des Ausstellers starke Schwankungen in der Bewertung des Messeverlaufes. Durch eine Umfrage nach dem Gesamteindruck, der Bewertung der Kundenkontakte und einer persönlichen Einschätzung der zukünftigen Branchenentwicklung erhielt der DDGI ein interessantes Feedback aus dem Mitgliederkreis.

Am Ende der INTERGEO 2009 galt es Resümee zu ziehen. Dabei hat der DDGI durch die ausgewogene Mischung seiner Mitglieder die Chance zwischen Verbänden, Wirtschaftsunternehmen und Behörden unterschiedliche Bewertungen vorzunehmen.

Seitens der im DDGI organisierten Vereine und Verbände konnte eine positive Bilanz gezogen werden. Der neue, gut gelungene, Gemeinschaftsstand „Verbändepark" war beliebter Anlaufpunkt von Mitgliedern und interessierten Besuchern. Es konnten viele interessante Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft werden. Seitens der Verbände wird jedoch mit großer Sorge ein zunehmender Ingenieur- und Fachkräftemangel beobachtet. Dies wird eine wichtige Aufgabe der kommenden 10 Jahre sein.

Bei den Ausstellern aus der Geoinformationsbranche hingegen zeigt sich bis auf Ausnahmen ein relativ ernüchterndes Bild. Auch wenn erfreulicherweise von „kompetenten Fachbesuchern" die Rede ist, so scheint doch die reine Anzahl der Kontakte zu stagnieren. Scheinbar kommen während der Messe immer weniger neue Kontakte mit Abschlüssen zu Stande. „Kritisch" gesehen wird vereinzelt die Zunahme an Hardwareanbietern für die Vermessungsbranche - die Intergeo ist im Schwerpunkt halt immer noch eine „Vermessermesse". Schließlich darf man nicht vergessen, dass sie aus dem „Geodätentag" entstanden ist. Einer der Befragten meinte „Die INTERGEO ist eher ein Kollegentreffen der Fachleute als eine Verkaufsmesse". Der Eindruck ist sicherlich nicht ganz falsch. Doch sie ist nach dem klassischen Netzwerkdenken ein Meetingpoint der Branche. Hier trifft sich die Geoinformationsszene!

Bei vielen ist der Eindruck entstanden, dass durch Firmenfusionen die Anzahl der Aussteller zurückgeht und bei den Standgrößen wird mittlerweile auch gespart. Die Fachvorträge mit dem Thema Geoinformation mit sehr guten Besucherzahlen waren laut Veranstalter ein deutliches Zeichen für die stark gestiegene Bedeutung dieses Themenbereiches für die Messe.

Beim Blick in die Zukunft sehen viele das Zusammenwachsen von CAD und GIS. Das Schlagwort WebGIS ist in aller Munde. Hier wird eine stark wachsende Bedeutung gesehen und eine Zunahme der WebGIS-Funktionalitäten. DDGI-Präsident Udo Stichling meint dazu: „Durch immer schnellere Übertragungsraten im Internet sind die Anwender und Datenbereitsteller in der Lage immer bessere Daten schnell zur Verfügung zu stellen. Die notwendige Beratung und Dienste kann die Branche liefern. Die Geoinformationswirtschaft ist da auf dem richtigen Weg!"

Auch wenn die Konjunkturkrise nach der Presse schon überwunden zu sein scheint, zur wirtschaftlichen Entwicklung wurden Befürchtungen laut, dass zukünftig fehlende Steuereinnahmen in den Kommunen die Geschäfte negativ beeinflussen werden. Es wird sich zeigen, wie die Privatwirtschaft die Lücke durch Eigeninitiative und verstärktes Marketing schließen kann.

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