Der für Europa zuständige DDGI-Vizepräsident war bei der Freischaltung zugegen.

Der Rheinland-Pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch hat am 29.September 2010 in der Europäischen Rechtsakademie in Trier das „GIS-GR, das Geografische Informationssystem der Großregion“ (www.gis-gr.eu oder www.sig-gr.eu) freigeschaltet. Diese Region verbindet vier EU-Gründungsländer und umfasst außer Rheinland-Pfalz das Saarland, Lothringen, die Wallonie und Luxemburg (www.granderegion.net/de/).

Fläche und Bevölkerung entsprechen etwa der Bayerns. Regelmäßig finden Gipfeltreffen der Regierungschefs statt. So hat der elfte Gipfel 2009 unter anderem beschlossen, die Region zu einem Europäischen Verbund für die Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) nach der neuen EU-Rechtsnorm zu machen und dazu ein gemeinsames Geoportal einzurichten. Entsprechend waren hochrangige Vertreter der fünf Teilregionen bei dem Auftakt in Trier dabei. Der DDGI war durch seinen für Europa zuständigen Vizepräsidenten Dr. Wolfgang Steinborn vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vertreten.

Laut Gipfelbeschluss vom 17. Juli 2009 soll das zweisprachige Geoportal (deutsch-französisch) die „Zusammentragung und Harmonisierung sämtlicher vorhandener Daten der Kooperationspartner sowie europäischer Datensätze (hier insbesondere von GMES*) der Großregion ermöglichen und ausgewählte Geodaten der Großregion der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen“. Die Federführung liegt beim Landesvermessungsamt von Rheinland-Pfalz.

Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass es in römischer Zeit bereits für das ganze zum Imperium gehörende Europa einen gültigen Standard für Vermessung und Städteplanung gab. „Wir waren vor 2000 Jahren also schon einmal weiter“, sagte er. Aber auch in moderner Zeit kann die Region auf eine lange Tradition grenzüberschreitender Anwendungsprojekte der Geoinformation zurückblicken. Dazu gehören hauptsächlich die Dokumentation und Modellierung des Moseleinzugsgebietes zur Hochwasserprävention und zur Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, sowie Karten für den Tourismus.. Zu den neuen Herausforderungen gehört der inzwischen zu europäischem Rekord angeschwollene Tagespendlerstrom zwischen den vier Ländern.

Laut Vizepräsident Steinborn könnte dieses Modell eines grenzüberschreitenden, mehrsprachigen GIS für viele gemeinsame Aufgaben der Infrastrukturplanung und Ressourcenteilung überall in Europa Schule machen. Der DDGI wird darüber auf der

EUROGI-Mitgliederversammlung am 19. November 2010 in Berlin berichten, bei der Deutschland Gastgeber ist. Der DDGI unterstützt namens seiner Mitglieder den europäischen Verein­heitlichungsprozess in der Geo-Information, den er bereits in den 1990er Jahren maßgeblich angeschoben hat, weiterhin nachhaltig.

pdf  DDGI erfreut über das neue Geoportal der „Grande Région“.



* Globales Monitoring für Umwelt und Sicherheit