Sorge um mehr EU-Förderung und die Digitale Agenda

EUROGI, der Europäische Dachverband für Geo-Information, dem der DDGI angehört, veranstaltet jedes Jahr ein besonderes Mitgliedertreffen in einem Mitgliedsland. Ziel ist das Kennenlernen der GI-Landschaft im Gastgeberland und die Abstimmung bezgl. aktueller gemeinsamer Probleme. In diesem Jahr empfängt der DDGI den EUROGI unter seinem Präsidenten Prof. Mauro Salvemini vom 18. bis 20. November in Berlin.

 DDGI-Präsident Udo Stichling erklärt dazu: „In enger Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern und EUROGI haben wir ein attraktives Programm auf die Beine gestellt. Dies ist eine Chance für unsere Mitglieder, sich und ihr Leistungsvermögen vor einem europäischen Fachpublikum zu präsentieren. Unsere Gäste interessiert besonders, wie wir in einem dezentral gegliederten Land wie Deutschland mit der INSPIRE-Richtlinie umgehen und wo wir Vorteile für öffentliche und private Nutzer von Geoinformationen sehen. Gleichfalls präsentieren sich deutsche Firmen und Einrichtungen, die leitende Funktionen in großen europäischen GI-Projekten wahrnehmen, zum Beispiel con terra beim Geoportal der Europäischen Union."

 

Das gastgebende Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt führt durch die Ausstellung „Das neue Bild vom Nachbarn Mars". Der DDGI-Vizepräsident für Europa- Angelegenheiten, Dr. Wolfgang Steinborn, erläutert: „3D ist in. Daher wollen wir einmal Abstand von der Erde nehmen und vorzeigen, wie wir mit einer deutschen Stereokamera ein Höhenmodell eines anderen Planeten ganz ohne geodätisches Referenzsystem erstellt haben."

Zusammen mit den übrigen EUROGI-Mitgliedern geht es auch dem DDGI darum, die Präsenz der Geoinformation in europäischen Programmen zu stärken. Die neue Digitale europäische Agenda im Rahmen von Europa 2020 und die Rahmenprogramme der Technologieförderung werden daher wesentliche Schwerpunkte der Diskussionen sein. Es wird einen Austausch zu den jüngsten Aktionen des EUROGI in Richtung auf eine Erneuerung der GI-Komponente in der Informations- und Kommunikationstechnikförderung (ICT) geben, konkret im ICT-Policy Support Programme und ICT Competitiveness and Innovation framework Programme für Kleine und Mittlere Unternehmen.

Es ist unbefriedigend, dass Geo-Information in der Digitalen Agenda bisher nicht vorkommt, obwohl sie den Übergang zu einer öko-effizienten Volkswirtschaft zum Ziel hat. Bekanntermaßen geht dies nicht ohne zuverlässige Geodaten. Steinborn „Da wurde ein Papier geschrieben, ohne auf den Kontext des politischen Auftrags zu achten. Der DDGI kann an seine frühere Lobbyarbeit gegenüber der EU-Kommission anknüpfen, die unter anderem wesentlich zum Zustandekommen der INSPIRE-Richtlinie beigetragen hat. Solange es kein ‚Geospatial One Stop' gibt und ein Naturparkverwalter in der Grenz-Eifel nicht sämtliche zu seiner Fläche gehörenden Geodaten interoperabel aus einem Portal beziehen kann, ist unsere Mission nicht erfüllt".