DDGI übergibt Schlusserklärung des 5. Deutschen GeoForums

Wie beeinflussen kleinräumige Bedingungen menschliches Verhalten? Welchen Einfluss hat die unmittelbare Wohnumgebung auf Gesundheit, Wohlbefinden oder Risikofreude? Wieso entstehen Gettos? Welche Effekte hat Breitbandversorgung auf das soziale Verhalten? Mit solchen Fragen machte der Vorsitzende des mitveranstaltenden Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) und Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Prof. Gert G. Wagner die Bedeutung von Räumen und Raumbezug für gesellschaftliche Entscheidungen und Entwicklungen klar. Die  Teilnehmer beim  diesjährigen 5. Deutschen GeoForum mit dem Thema „Geoinformationen für den gesellschaftlichen Wandel – neue Wertschöpfung mit Sozial- und Wirtschaftsdaten“ äußerten sich zufrieden darüber, dass der DDGI das richtige Thema getroffen hatte. Die Schlusserklärung des Forums wurde der Bundesregierung überreicht.

 

„Wir haben mit den Geoforen der letzten Jahre stets brandaktuelle Anwendungsthemen der Geoinformation angepackt. Die Notwendigkeit von GI für den Energieumbau in Deutschland wird spätestens seit dem 4. GeoForum von 2011 und dem daraus hervorgegangenen Positionspapier des DDGI allgemein eingesehen“ sagt Präsident Udo Stichling. Die Schlusserklärung des diesjährigen Geoforums (www.geoforum.ddgi.de), das vom 25. bis 26. Juni in der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen stattfand, bestärkt die Bundesregierung darin, mit dem „Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung sowie zur Änderung weiterer Vorschriften“, dem sogenannten E-Governmentgesetz (EGovG) voranzugehen. Insbesondere die Einführung des Ortsbezugs in Form von Gitterzellen für statistische Daten wird „in Deutschland große wirtschaftliche und wissenschaftliche Potenziale der Nutzung von Geoinformation für räumliche und sozio-ökonomische Analysen und Planungen freisetzen“. Geo-Fachdaten gewinnen damit im Rahmen der Geoinformation weiter an Gewicht.

 

Mit der im EGovG vorgesehenen Änderung des Statistikgesetzes, die auf die Vorschläge der Arbeitsgruppe „Georeferenzierung“ des RatSWD zurückgeht, wird der Datenschutz gewahrt. „Nicht überall ist Deutschland in der GI führend. Bei der Georeferenzierung statistischer Daten können wir uns im europäischen Vergleich erheblich verbessern, wie sich bei der Jahrestagung der statistischen Ämter und der Vermessungsverwaltungen der Mitgliedsländer im letzten März in Luxemburg herausstellte“, erläutert DDGI-Vizepräsident Dr. Wolfgang Steinborn. Aus Sicht des DDGI ist es zwingend erforderlich Mechanismen zu entwickeln, die das Bereitstellen, Suchen und Finden georeferenzierter Datensätze über das Internet gewährleisten. So ist eine breite Wertschöpfung möglich.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Ursula Heinen-Esser betonte in ihrer Eröffnungsrede „Deutschland – georeferenziert“, dass der Bund in vielen die GI betreffenden Dingen vorangehe, wie z.B. der Öffnung der Daten im neuen Geodatenzugangsgesetz, und dass sie sich Gleiches von den Bundesländern wünsche. Dr. Georg Thiel aus dem Innenministerium setzte hinzu „Staatliche Geodaten müssen so nutzerfreundlich verfügbar werden wie bei Google“. Informierte Bürger, die beim Lärmschutz, bei Maßnahmen zur Infrastruktur oder zur Erhöhung der inneren Sicherheit konstruktiv mitreden können, sind der Gewinn.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF-Download: pdf
 Statistische Daten brauchen Raumbezug! - DDGI übergibt Schlusserklärung des 5. Deutschen GeoForums

Hier finden Sie die Schlusserklärung als PDF-Download:
pdf  Schlusserklärung zum 5. Deutschen Geoforum 2012